Meine Erlebnisse

Auf dieser Seite werde ich ab und zu von meinen spannenden Erlebnissen erzählen und Dir einen Eindruck von meinem Alltag vermitteln.

Wamkelekile eAfrika

Willkommen in Afrika

Am 16. September 2018 ging es dann endlich los nach Südafrika. Ich bin mit 19 Mitfreiwilligen zusammen vom Frankfurter Flughafen um ca. 21 Uhr abgeflogen. Der erste Flug ging etwa 11 Stunden und wir kamen um 7:30 Uhr am Flughafen in Johannesburg an. Der Flug kam mir ganz und gar nicht lang vor. Dies lag sowohl daran, dass wir schlafen konnten, als auch, dass das Flugzeug mit einem Fernseher an jedem Platz ausgestattet war und man war plötzlich nicht mehr über Europa sondern schon über Afrika.

In Johannesburg hatten wir eine sehr lange Wartezeit und es ging erst um 15 Uhr mit dem nächsten Flugzeug weiter nach East London. In East London wurden wir dann von Brett Armstrong empfangen. Brett ist in Südafrika unser Ansprechpartner, der sich um uns kümmert. Mit Brett sind wir dann alle zusammen zu dem Haus in East London gefahren, wo 10 Freiwillige von uns wohnen. Wir haben dann erst mal alle unsere Koffer abgestellt und sind weiter ins Nando´s gefahren. Das Nondo´s ist ein Restaurant wo wir zusammen gegessen haben. Für jeden von uns gab es zuerst einen Maiskolben. Wir hatten die Wahl zwischen Lemon and Herb (nicht scharf), mild (scharf) und hot (sehr scharf). Es hatten sich fast alle für Lemon and Herb entschieden. Doch da Brett immer für einen kleinen Spaß zu haben ist, hat er der Bedienung heimlich gesagt, dass sie für ein paar Jungs aus der Gruppe mild Maiskolben machen, aber trotzdem mit einer Lemon and Herb Beschriftung servieren sollen. Somit wussten die Jungs nicht, dass ihr Essen eigentlich scharf war, sondern sie dachten, sie würden dasselbe serviert bekommen wie auch der Rest der Gruppe. Letztendlich war es ein sehr witziges Bild, wie die Jungs verzweifelt versuchten den Maiskolben zu essen, während wir Mädchen keine Probleme dabei hatten. Es war wirklich ein unglaublich schöner und witziger erster Abend in Südafrika den wir zusammen verbringen konnten. Mittlerweile hatte sich auch die Anspannung in mir gelegt.

Die erste Nacht haben wir dann alle mit 15 Personen im East London Haus verbracht. Während die East London Freiwilligen schon in ihren eigenen Betten schlafen konnten, mussten wir aus Coffee Bay, Bulungula und Berlin auf Matratzen auf dem Boden schlafen. Da es aber nicht für jeden eine eigene Matratze gab wurde es sehr kuschelig und wir mussten uns die Matratzen teilen. Am nächsten Morgen ist Brett dann mit den 6 Freiwilligen aus Berlin weiter zu deren Einsatzstelle gefahren. Obwohl wir jetzt nur noch 14 Freiwillige in East London waren, war es trotzdem noch ganz schön voll im Haus.

Ich habe dann den Tag dafür genutzt, den East London Freiwilligen dabei zu helfen sich in ihren Haus einzurichten.

Den Abend sind wir dann noch zusammen Essen gegangen Im Jules. falls jemand in Südafrika an einem Jules Restaurant vorbeikommen sollte, muss er auf jeden Fall einen Bürger probieren. Meiner Meinung nach gibt es im Jules die allerbesten Burger überhaupt.

Am nächsten Morgen sollte es für uns schon sehr früh nach Coffee Bay weitergehen. Der Plan war es, dass wir aus Coffee Bay und die zwei Freiwilligen aus Bulungula zusammen weggebracht werden sollten. Zuerst sollte es nach Coffee Bay gehen und am nächsten Tag wollte Brett die Bulungula Freiwilligen weiter nach Bulungula bringen. Allerdings kam es ganz anders als geplant.

Denn genau an diesem Tag fand ein Taxistreik statt. Die Taxifahrer haben für billigere Benzinpreise gestreikt. Zuerst dachten wir, dass wir trotz des Streiks gut durchkommen würden. Doch in Butterworth, nach East London dem nächsten größeren Ort, ging es schon los, dass die Straßen blockiert wurden. Wir hatten Glück trotzdem noch recht zügig durchzukommen. Allerdings klappte das Richtung zum nächsten Ort nicht mehr. Denn drei Kilometer bevor es in den nächsten Ort ging, standen wir im Stau. Die Taxifahrer hatten komplett die Straße blockiert. Es gab kein weiterkommen mehr. Wir standen eineinhalb Stunden hinter einer langen Schlange an Autos und LKW´s. Brett entschied dann, dass es das Beste sei wieder umzukehren und zurück nach East London zu fahren. Diese Entscheidung war eine unglaublich große Enttäuschung für uns, weil wir uns total darauf gefreut hatten, endlich nach Coffee Bay zu kommen. Andererseits konnten wir es auch nachvollziehen, dass Brett so entschieden hatte. Denn keiner wusste, wie es weiter gehen würde. Wie lange wir noch im Stau stehen und wie es danach aussehen würde wenn wir den ersten Stau überwunden hätten.

Allerdings wurde dann in Butterworth die Straße bereits auch blockiert und dort konnten wir auch nicht mehr durch. Wir waren auf dieser Straße eingesperrt. Es schien für Brett aber kein wirkliches Problem zu sein, denn er fing an die Straße zu verlassen und uns über Nebenstraßen zu navigieren. Es war ein chaotisches hin und her und manchmal habe ich mich gefragt, ob das unter uns immer noch eine Straße ist. Unsere Navigation bestand darin, dass Brett gelegentlich Personen am Straßenrand nach dem Weg fragte. Unterwegs sind wir auf einige andere Autofahrer getroffen, die genauso wie wir, über Umwege versuchten weiter zu kommen. Es war eine wirklich lustige Fahrt, weil niemand genau wusste, was auf uns alles zukommt. Und besonders auch, ob unser Auto die Strecke schafft ohne dass wir stecken bleiben. Denn einige Male kam es vor, dass unglaublich tiefe Spurrillen in der “Straße“ waren und auch dass wir in einer gruseligen Schieflage fuhren.

Doch dank unseres “Power-Knopfes“ am Auto haben wir es letztendlich geschafft. Irgendwann kamen wir dann wieder auf die Straße die zurück nach East London führt. Bis auf einmal, wo wir an brennenden Reifen auf der Straße vorbei mussten, kamen wir nicht mehr in Kontakt mit dem Taxistreik.

Und so haben wir es tatsächlich, mit einem riesigen Umweg, wieder nach East London zurückgeschafft.

In East London sollten wir dann noch 1 Woche verbringen, bis es zum zweiten Versuch kommt nach Coffee Bay zu fahren.

 

 

Erster Tag in Coffee Bay

Am 26.09.2018 ging es dann endlich von East London nach Coffee Bay. Versuch Nummer zwei. Wieder hat uns Brett früh am Morgen abgeholt, um mit uns Coffee Bay Freiwilligen und den Freiwilligen aus Bulungula zusammen in unseren Einsatzort zu fahren. Allerdings haben wir uns diesesmal ca. zwei Stunden vor Coffee Bay getrennt und Brett ist erstmal mit den Bulungula Freiwilligen nach Bulungula gefahren. Wir sind also alleine weiter Richtung Coffee Bay. In Coffee Bay sollten wir darauf achten, wenn links von uns die Polizeistation kommt, an der nächsten Brücke anhalten um uns dort mit Elroy Bagley zu treffen. Jedoch haben wir nie eine Polizeistation gesehen und somit waren wir uns dann auch nicht sicher, ob wir an der richtigen Brücke gehalten hatten. Letztendlich ist dann doch zum Glück alles richtig gelaufen und nach zehn Minuten warten kam dann auch Elroy mit seinem Bruder Warren in einem Bakkie vorbei. Elroy und Warren haben uns dann herzlich empfangen und sind mit uns weiter in den Backpacker namens Coffee Shack gefahren. Dort haben wir noch einige Personen, während wir Kaffee tranken, kennengelernt. Anschließend bekamen wir dann unseren Hausschlüssel und endlich konnten wir uns unser Haus angucken. Vom Coffee Shack waren es drei Minuten mit dem Auto bis zu unserem Haus.

Unser Haus ist unglaublich schön. Es besteht aus zwei Rundhütten, die mit einer Küche verbunden sind. Janna und ich teilen uns eine der Rundhütten und die Jungs, Jannik und Hannes, haben die andere Rundhütte. Erst hatte ich gedacht, dass es sehr komisch sein wird in einem runden Haus zu wohnen. Wie stellt man die Betten und die Schränke hin?!Aber schnell hat man gesehen, dass das gar kein Problem ist. Unser Zimmer war bereits schon sehr schön eingerichtet und die Betten bezogen, sodass man sich gleich wohl fühlen konnte. Auch von den Vorfreiwilligen waren noch ein paar interessante Sachen zurück geblieben. Bei den Jungs sah es bereits auch sehr gut aus. In deren Zimmer befindet sich sagar eine Hängematte auf der man es sich gemütlich machen kann.

Nach drei Stunden kam Brett dann von Bulungula nach, zu uns. Mit ihm zusammen sind wir dann ins Coram Deo Kinderheim gefahren. Dort trafen wir wieder auf Elroy und Warren. Elroy ist der Leiter des Kinderheims. Im Kinderheim wurden wir von strahlenden Kinderaugen empfangen, die sich unglaublich freuten uns zu sehen.

Elroy hat uns dann viel von sich, den Kindern, der Enstehung und der Entwicklung des Kinderheims erzählt. Es war interssant und spannend ihm zuzuhören. Dort konnten wir leider nicht sehr lange bleiben. Denn als nächstes sollte es zu Janniks und meiner Eisatzstelle gehen, in die Junior Secondary Schule. Leider war der Unterricht schon vorbei und somit nur noch einige Kinder da. So allerdings haben wir die Lehrer der Schule kennengelernt. Auch hier wurden wir von allen unglaublich herzlich empfangen und man hat sich direkt willkommen gefühlt. Problematisch wird es nur sein, sich die Namen der Lehrer zu merken, da man diese teilweise nicht mal aussprechen kann. Es kann also zukünftig echt noch witzig werden. Auch wenn es darum geht die Namen der Kinder zu lernen.

 

Nach dem Kennenlernen sind wir vier Freiwilligen dann zurück zu unser Haus gefahren. Später hatten wir uns noch mal mit Brett zum Essen verabredet. Hierfür sind wir zusammen ins Hotel gefahren. 

isiXhosa

 

Ersten Xhosa Worte:

Molo – Hallo

                                       Molweni –  Hallo zu mehreren Personen

                                                Unjani ? – Wie geht es dir? (zu einer Person)

                                                             Ninjani ? – Wie geht es dir? (zu mehreren Personen)

           Ndiphilile – Mir geht es gut 

        Ungubani ? - Wie heißt du?   

Igama lam ndingu Shirin – Ich heiße Shirin                

Ndicela uxolo – Tut mir leid  

 

 

Für die Schule sehr wichtige Wörter:

        Yizabha – Komm her

Baleka – Renn

                   Mamelani – Sei still und hör zu

Halalani phantsi – setz dich hin     

Phakama – Steh auf

 

Hamba - geh     

Afrikanische Beerdigung

 

Als Jannik und mir in der Schule mitgeteilt wurde, dass am nächsten Tag ein besonderes Treffen sei zu dem alle Lehrer gehen, dachten wir erst, es handelt sich um ein typisches Lehrertreffen und dass wir über die Schule und die Kinder reden. Doch es kam ganz anders. Wir sind mit den Autos in einen anderen Ort gefahren.Wir haben uns aber nichts weiter dabei gedacht. Bis wir dann in das Auto einer Lehrerin stiegen und sie uns unterwegs erzählte, dass wir zu einer Beerdigung fahren. Erstmal waren wir geschockt, dass wir uns so geirrt hatten worum es bei dem Treffen geht. Dann haben wir uns Sorgen gemacht ob wir überhaupt angepasst gekleidet sind und ob es für die Familie in Ordnung ist wenn zwei Fremde auf der Beerdigung auftauchen. Doch die Lehrerin meinte zu uns es sei alles ok und so fuhren wir circa 20 min aus Coffee Bay raus in einen kleinen Ort in der Nähe.

Als wir ankamen sahen wir ein sehr großes weißes Zelt in welchem sich schon viele Menschen versammelt hatten. Mit den Lehrern haben wir uns neben das Zelt gestellt und darauf gewartet, dass uns ein Platz zugewiesen wurde. In dem Zelt befand sich am Kopf eine Reihe sitzender Männer, vor ihnen befand sich ein mit Blumen geschmückter Sarg. Einer der Männer hielt gerade eine Rede auf isiXhosa. Hinter dem Sarg befanden sich alle anderen Gäste. Sie saßen entweder auf Klappstühlen oder auf Decken auf dem Boden. Alle saßen mit dem Blick Richtung des Sarges und zu der Männerreihe.

Eine Frau kam zu uns und wies uns an hinter ihr herzukommen. Sie zeigte uns dann unsere Plätze und ging wieder. Neben mir saß bereits unsere Rektorin aus der Schule, die sich freute uns zu sehen.

Mittlerweile war der Mann mit seiner Rede fertig und eine Frau stimmte ein Lied an. Auch das Lied war auf isiXhosa. Zu dem Lied standen alle auf, sangen und bewegten sich rhythmisch. Das Lied hatte nichts von einem typischen deutschen Beerdigungslied, es war nicht traurig oder ruhig, eher fröhlich und erheiternd. Auch die Tanzbewegungen passten nicht mit dem überein, was ich aus Deutschland kannte. Oft hoben die Frauen die Hände nach oben und winkten. Jeder der Anwesenden sang sehr laut mit. Auch ich versuchte so gut wie es ging mitzumachen.

Nach dem Lied ging es mit einer weiteren Rede weiter. Doch bei dieser Rede versammelten sich einige Menschen direkt um den Sarg, vermutlich handelte es sich dabei um die Familie. Währenddessen wurden Apfelhälften an alle Anwesenden verteilt.

Im verlauf der Beerdigung wurden noch einige Reden gehalten und sehr viel und laut gesungen.

Obwohl nur auf isiXhosa gesprochen wurde konnte ich zwischendurch verstehen, dass gebetet wurde. Dies bemerkte ich aus einzelnen Schlüsselwörtern wie Jesus, Amen oder Psalm. Einige der Anwesenden schlossen ihre Augen, andere hielten ihre Hände hoch.

Eine weitere Rede hatte mich auch sehr beeindruckt, weil währenddessen sehr viel gelacht wurde. Ein Mann der ca Mitte 50 war erzählte sehr viel, worauf alle das Lachen immer wieder anfingen und teilweise auch kommentierten und rein riefen.

Für mich war dieser Tag ein sehr besonderes Erlebnis, eine andere Kultur so kennen lernen zu können. Ich bin sehr dankbar, dass die Lehrer meinen Projektpartner und mir die Chance dazu gaben.

 

 

 

Klausuren Phase

 

Zum Ende des Jahres ist auch das Schuljahr zu Ende. Aus diesem Grund werden im November sehr viele Klausuren geschrieben. Die höheren Jahrgänge müssen in dieser Zeit in jeden ihrer Fächer eine Klausur schreiben und das mehrere Tage hintereinander, bis die Ferien im Dezember beginnen.

Weil so viele Klassen gleichzeitig Klausuren schreiben mussten, hatten Jannik und ich auch die Aufsicht über einzelne Klassen. Bei unserer ersten Aufsicht waren wir zusammen in der Grade 7, die in dem Fach Englisch darüber schreiben sollten "Worin der schönste Tag in ihrem Leben bestand", und eine Beschreibung verfassen sollten "Wie man Tee zubereitet und was man dafür alles benötigt".

Jannik und ich waren natürlich super übermotiviert und wollten alles perfekt machen. Wir haben wie Adler die Kinder 2 Stunden lang beobachtet und bei jeder Kleinigkeit aufgepasst.

-Das ist wohl der Grund warum dieses Jahr die Noten nicht so gut ausfallen werden-

Am nächsten Tag bekamen Jannik und ich unterschiedliche Klassen zugeteilt. So war Jannik in der Grade 5 und ich in der Grade 4.

In der Grade 4 wurde über das Planetensystem geschrieben. Interessanterweise waren fast alle Klausuren auf Englisch obwohl die Kinder zum Teil noch gar nicht so gut Englisch können. Dementsprechend habe ich zuerst versucht den Kindern zu erklären was in der Aufgabe gefragt wurde. Doch auch meine Erklärungsversuche haben sie nicht richtig verstanden. Nach 20 Minuten ist zum Glück eine Lehrerin vorbeigekommen, die nachgucken wollte ob alles funktioniert. Sie hat dann den Kindern auf isiXhosa und Englisch die Aufgaben erklärt. Doch zu jeden Erklärungsversuch von ihr hat sie von den Kindern die Lösung verlangt, welche alle zusammen im Chor sagen mussten. So wurde aus einer schriftlichen Klausur eher eine mündliche. Als die Lehrerin gegangen ist sollten die Kinder trotzdem noch alle Fragen schriftlich beantworten.

 

 

 

Nachdem die Klausuren Phase beendet war und alle Klausuren geschrieben waren, musste nur noch alles korrigiert und eingetragen werden. Da es für die Grade 7 das letzte Jahr auf unserer Schule ist mussten wir ihnen helfen sich bei einer anderen Schule zu bewerben. Dafür haben wir mit ihnen zusammen ein Bewerbungsformular ausgefüllt. Als endlich der ganze Organisations- und Papierkram geschafft war, begannen dann die Winterferien in Südafrika. Zum Abschluss haben wir uns mit allen Lehrern zusammen zu einem Braai getroffen. Bei einem Braai handelt es sich um ein gemeinsames Grillfest bei dem sehr sehr viel Fleisch gegessen wird. Zu diesem Braai sind auch die Lehrer von den anderen, im Umkreis liegenden Schulen gekommen.

 

Es war ein sehr nettes Fest und ein toller Abschluss für dieses Schuljahr.